Nationalmuseum für Kunstgewerbe: ein zum Museum umgewandelter Palast

Durchschnittliche Punktzahl      0 meinungen
  Tangol 24/07/2018

An der Avenida del Libertador, dort, wo die elegante Recoleta in Palermo übergeht, erhebt sich ein herrschaftliches Palais, das einst als Privathaus diente und heute eines der einzigartigsten Museen von Buenos Aires ist. Das Museo Nacional de Arte Decorativo (MNAD) befindet sich im ehemaligen Wohnsitz von Josefina de Alvear und Matías Errázuriz Ortúzar. Das Paar aus der gehobenen Gesellschaft von Buenos Aires ließ das Gebäude zwischen 1911 und 1916 während der diplomatischen Aufenthalte von Errázuriz in Europa erbauen. 

Sie kehrten mit einer erlesenen Sammlung europäischer und orientalischer Kunst zurück und eröffneten das Haus 1918 mit einem Fest, das noch heute als Legende in der sozialen Geschichte der Stadt gilt.

Nach Josefina de Alvears Tod im Jahr 1935 bot die Familie dem argentinischen Staat das Anwesen samt Sammlung unter der Bedingung an, es in ein öffentliches Museum umzuwandeln. So wurde 1937 per Gesetz 12351 das heutige Nationalmuseum für dekorative Kunst gegründet, das später zum Nationalen Historischen Monument erklärt wurde.

Aufgrund seiner Architektur und Lage ist das Museum ein absolutes Muss bei jedem Spaziergang durch Buenos Aires. In unserem Touren-Katalog finden Sie die besten Aktivitäten, um Ihren Besuch abzurunden. Werfen wir zunächst einen Blick auf das, was Sie in den Sälen erwartet.

Architektur und Sammlungen

Das Gebäude wurde 1911 vom französischen Architekten René Sergent entworfen, einem Spezialisten für neoklassizistische Stadtpalais der argentinischen Elite. Die schlichte Fassade mit ihren klassischen Linien ist vom französischen Neoklassizismus des 18. Jahrhunderts inspiriert. Fast alle Materialien – von Wandverkleidungen und Spiegeln bis hin zu Marmor und Stuck – wurden in Europa maßgefertigt und von speziell angereisten Handwerkern installiert.

Im Inneren bleibt die ursprüngliche Raumaufteilung erhalten. Im Erdgeschoss finden sich Empfangssäle in verschiedenen französischen Stilen des 17. und 18. Jahrhunderts. Eine Marmortreppe führt in den ersten Stock zu den privaten Räumlichkeiten der Familie, die im Stil von Louis XV, Louis XVI sowie im Directoire- und Empire-Stil gehalten sind. Besonders hervorzuheben ist der Art-Déco-Raum des katalanischen Künstlers José María Sert. Der französische Garten mit seinem zentralen Schwanenbrunnen bildet eine grüne Oase der Ruhe.

Die Sammlung umfasst mehr als sechstausend Exponate: europäisches Mobiliar vom 15. bis 19. Jahrhundert, Skulpturen, Porzellan, Wandteppiche und Gemälde von Meistern wie El Greco, Corot, Fragonard und Manet sowie eine Skulptur von Auguste Rodin. Zudem gibt es Miniaturporträts und eine Bronzeuhr, die ein Hochzeitsgeschenk für Ludwig XVI. und Marie-Antoinette war.

Museumscafé und Besucherservice

Auf dem Gelände, mit Zugang vom Garten aus, befindet sich das Croque Madame. Das Bistro im europäischen Stil nutzt die prachtvolle Kulisse des Palais und ist ein beliebter Ort für Kaffee, Brunch oder Mittagessen – auch unabhängig von einem Museumsbesuch.

Das Museum bietet zudem ein abwechslungsreiches Programm an Wechselausstellungen und Bildungsangeboten, wie etwa Workshops für Familien. Die „Freunde des MNAD“ unterstützen diese Aktivitäten und verwalten die freiwilligen Beiträge, die dem Erhalt des Gebäudes zugutekommen (der allgemeine Eintritt ist frei).

Führungen

Das Museum ist mittwochs bis sonntags von 13:00 bis 19:00 Uhr geöffnet (montags und dienstags geschlossen). Täglich um 16:00 Uhr findet eine einstündige Führung statt, bei der die Geschichte des Palais und die Sammlung beleuchtet werden. Eine Voranmeldung ist für Einzelpersonen nicht erforderlich.

Gruppen ab zehn Personen müssen ihren Besuch per E-Mail an visitasguiadas@mnad.org anmelden. Dies ist ein beliebter Programmpunkt für Schulen, Universitäten und Touristengruppen, die eine Erkundungstour durch Recoleta und Palermo planen.









0

Durchschnitt zwischen 0 Bewertungen
5 Exzellent
4 Sehr gut
3 Regulär
2 Schlecht
1 Schrecklich

 

Alle Exzellent (0) Sehr gut (0) Regulär (0) Schlecht (0) Schrecklich (0)

Entre Ríos: Zuflucht Für Warmes Wasser

Ausflüge zur Villa Traful und Anreise von Bariloche oder San Martín de los Andes

Tilcara, Eine Archäologische Stätte

Wie man das Wahrzeichen der Drei Grenzen in Puerto Iguazu besucht

Alle Informationen zu Südamerika

Melden Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um Artikel über Tourismus